Cami

Das Thema Islam ist ein beinah allgegenwärtiges Thema in den nationalen
und internationalen Medien. Es besteht ein breiter Diskurs darüber
inwieweit der Islam auch ein Teil der deutschen Gesellschaft ist.
Dies ist allerdings eine sehr abstrakte Frage und ich fragte mich daher:

Wie sieht islamisches Leben in Deutschland konkret aus?
An welchen Orten und unter welchen Vorraussetzungen
findet er überhaupt statt?

Zumindest die letzte Frage ist formal einfach zu beantworten: In einer der
206 offiziellen Moscheen oder einer der ca. 2600 sog. „Hinterhofmoscheen“.
Gerade letztere sind oftmals eher versteckt und von außen oft kaum zu
erkennen, aber alleine in der Dortmunder Nordstadt gibt es an die 15 dieser
Moscheen unterschiedlichster Ausprägung.

Die Moschee als Ort religiöser Praxis und Symbol einer mir größtenteils
fremden Kultur übt eine gewisse Faszination auf mich aus.
Dabei beschäftigt mich vor allem, das Phänomen des Impliziten im Verborgenen.
Denn das Sujet befindet sich quasi in unmittelbarer Nähe, der Großteil der
(nicht-muslimischen) Bevölkerung bekommt es jedoch fast nie zu Gesicht.
Es geht mir in dieser Arbeit also um ein “Sichtbarmachen“ bzw. „Hervorholen“
dieser Wirklichkeit.

Ich bin der Meinung, daß eine fotografische Dokumentation unterschiedlichster
Moscheen auf diese Art und Weise dazu beitragen kann, einen differenzierteren
Blick auf das islamische Leben in Deutschland zu erhalten.
Die Dortmunder Nordstadt als Ballungspunkt islamischen Lebens in der Stadt,
stellt dabei für mich als Ort eine Art „Terra Inkognita“ dar, die sich in meiner
unmittelbaren Nähe befindet, die mir aber nahezu unbekannt ist.
Grund genug für mich, genau diesen Ort aufzusuchen.